dieser weblog sollte familie, freunde & co. auf dem laufenden halten über meine tage in china, taiwan und singapur(die einträge sind im archiv zu finden...), jetzt gibt es ab und an mal ein paar bilder...

18. Oktober 2006

3000km tour: yantei – dalian – harbin – beijing – qingdao

die „goldene woche“ + 1 woche extra ferien sind schon wieder vorbei, ich hab die zeit natürlich gut genutzt. in der 1ten woche hatte ich ein paar tage besuch von d.ennis und lowdalong(siehe bericht unten), in der 2ten hab ich mich dann halbwegs spontan in richtung harbin aufgemacht. am busbahnhof in qingdao wurde ich gleich von allen seiten angebrüllt, irgendwo hab ich dann yantai rausgehört und konnte die schriftzeichen auch schon auf einem kleinen minibus erkennen. der fahrer trug seinen trainingsanzug hauteng und hatte einen schicken vokuhila und ist erstmal weit über eine stunden mit ca. 20km/h durch die strassen gefahren und hat nach weiteren fahrgästen sowie paketen ausschau gehalten. die fahrscheinverkäuferin brüllte dabei ohne unterbrechung aus dem fenster und sammelte immer wieder packete von leuten am strassenrand ein. als wir etwas aus der stadt draussen waren holte der fahrer dann allerdings alles aus dem ollen bus raus und lies kein riskantes manöver aus. die kleine hafenstadt yantei (650.000 einwohner) war aber einfach nur hässlich

Yantei

also hab ich mir gleich am busbahnhof von einer alten dame ein ticket für die fähre nach dalian andrehen lassen die abends um 10 uhr in yantei losfuhr. die gute frau die diese tätigkeit hauptberuflich macht hat von der agentur für die „vermittlung“ sage und schreibe 2 yuan bekommen, ca. 20 cent. nachdem ich den tag hinter mich gebracht hatte ging mit der fähre nach dalian (2 millionen einwohner), wo ich anstatt morgens um 8, wie mir die alte frau in yantei erzählt hatte, nachts um 4 uhr im nebel ankam… mit dem übelsten klapper rusky bus gings dann im affentempo eine stunde weiter mit dem bus zum hauptbahnhof. auf der autobahn waren die ganzen bauern unterwegs in die stadt mit ihren vollbeladenen mopeds mit 3 rädern(trikes mit ladefläche? keine ahnung wie man die nennt), kein licht an, hinten kommen wolken von abgasen raus und während der mann fährt schläft die frau mit kind im arm ungesichert auf der lädefläche neben dem gemüse…

wtf???

falsches bild? leider nicht! irgendein neureicher hat hier stil bewiesen und sich sein klein amerika nachgebaut. an den stränden waren überall abgezäunte villensiedlungen die von soldaten bewacht wurden…

IMG_1713.JPG

der strand war auch nicht so der hit, vor allem wer nicht gerne in toxischer brühe badet sollte sich 2 mal überlegen ob er ins wasser steigt. immer sommer muss es hier nur so von russen wimmeln, auf jeden fall konnte man des öfteren etwas auf kirilisch(oder wie das heißt) lesen.
dalian ist aber eine sehr angenehme und moderne stadt

Dalian

mit dem nachtzug ging es weiter nach harbin (3,2 millionen einwohner) in die schwaren drachen fluss provinz wo letztes jahr dieser chemieunfall war… harbin liegt so ungefähr in der ecke wladiwostok neben russland, auch nicht alzu weit weg von nord korea wo ich eigentlich mal einen blick von der mauer in dandong riskieren wollte, aber zeit, atomtest und probleme beim ticketkauf führten dazu das es direkt weiter nach harbin ging. in harbin gibt es im winter temperaturen von unter -30 grad, und so kam auch ich nach 11 stunden zugfahrt morgens im übelsten schneesturm an.

harbin

die altstadt wo der russische einfluss auf die stadt zu erkennen ist.

ruschina

teilweise sehr russisch. das bild hab ich aus dem 16. stock von meinem hotel aufgenommen was direkt am bahnhof war. die ganze stadt sah aber irgendwie so aus und überall hing poree aus den fenstern?! ich hab ausserdem nur chinesen gesehen, trotzdem wurde man selten angestarrt was ja sonst andauernt passiert. harbin war verdammt kalt aber auch ganz nett. leider gab es ein kleines problem mit den zugtickets nach beijing. in china kann man frühestens 3 tage vor der reise zugtickets kaufen, und dies auch nur am abfahrtsbahnhof… alternativ gibt es agenturen die es meist in jedem größerem hotel gibt. am bahnhof waren schon alle tickets ausverkauft, und die gute frau im hotel bei der man tickets kaufen konnte wollte mir natürlich wieder das teuerste andrehen… stand dann aber abends vor meiner tür und meinte die tickets gibt es nicht mehr. ich musste die alte dann so lange nerven bis sie mir tickets organisiert hatte da ich nicht das ganze wochenende in harbin bleiben wollte. Die alte kam dann abends um 10 uhr mit tickets für den nächsten morgen an, um 7 uhr morgens ging es los, 13 stunden richtung bejing. die freude war gross… aber in china lernt man schon irgendwann lockerer mit so was umzugehen. zwangsweise! im zug hab ich mich auch erstmal wieder schlafen gelegt, um 11 wurde ich jedoch von meinen nachbarn geweckt und mir wurden schnaps, bier, nüsse und hühnerfüsse angeboten. als ich den jungs dann erzählt hatte das ich aus deutschland komme konnte ich zumindest das bier nicht mehr ablehnen und hab die jungs dann erstmal untern tisch gebechert… morgens um 11! leicht strunsen war ich dann natürlich auch erstmal die attraktion des abteils, bis mir der künstler nebenan die show gestohlen hat;-) der meister war mit seinen 15 schülern unterwegs und hat die ganze zeit gemalt.

lustiger meister

13 stunden die gleiche aussicht. maisfelder!

mais

leicht k.o. kam ich dann abends in bejing an wo ich von einem duisburger kommilitionen konsortium abgeholt wurde. da mein handy erstmal nicht tat bin ich dann erstmal zum tiananmen… wir erinnern uns, hier ist nie etwas passiert!

VERBOTENE stadt

die kollegen wohnen in der nähe der beijing language university wo irgendwie nur westler und koreaner rumlaufen. in beijing hat sich aber so einiges getan, es gibt eine neue u-bahh linie, die jetta taxen sind weg und es gibt fast nur noch hunday taxen, die gebäude die vor 5 jahren, als ich das erste mal in beijing war, noch geglitzert haben sehen mitlerweile alle leicht gammelig aus, die chinesen freuen sich auf die olympischen spiele 2008 und hinterm tiananmen platz werden die hutongs abgerissen. deswegen hab ich mich da auchnochmal rumgetrieben. ausserdem laufen wirklich so viele westler da rum… die meisten werden wohl touristen sein, aber ansonsten kann man echt mal nach beijing zur freakshow fahren. Da rennen typen rum… die besten waren ein typ auf einem ca. 3-4 meter hohem fahrrad mit ewig langem bart der vollspeed an den kreischenden chinesen vor der verbotenen stadt langraste, und ein kerl aus der ukraine der mit sonnenbrille und langer weißer kutte in der kneipe rumstand. Beijing ist aber auf jeden fall tausendmal schöner als shanghai, zwischen den beiden städten gibt es ja eine rivalität wie zwischen kölle und düsseldorf, aber es ist echt ein scherz was sich das neureiche gesindel aus shanghai da rausnimmt, beijing ist natürlich tausendmal besser! ich bin allerdings erstmal in einem park in der innenstadt auf dem schwulenstrich gelandet. war am anfang etwas irritiert als mich der chinese da fragt ob ich schwul wäre, aber war ganz interessant mal aus erster hand zu erfahren wie sich die jungs in china so organisieren. zum schluss hat mich der taxifahrer noch mal richtig schön abgezogen auf dem weg zum flughafen, aber bejing war trotzdem sehr nett!

freestyler

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