dieser weblog sollte familie, freunde & co. auf dem laufenden halten über meine tage in china, taiwan und singapur(die einträge sind im archiv zu finden...), jetzt gibt es ab und an mal ein paar bilder...

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Berlin im Herbst 2008









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Im Sommer vom Balkon

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15. Juni 2008

Unterwegs im wilden Osten – Tour mit Sack, Pack & Braut über den Balkan – von Bulgarien über Mazedonien, Griechenland &nochmal Bulgarien nach Istanbul

Gerade in die 5. Lebenswerteste Stadt der Welt gezogen wurde nach einem Blick auf den Kalender ist klar, es bleibt keine Zeit zum auspacken, nur zum Rucksack packen. Ab nach Sofia!

Die Vorurteile wurden schon im Flugzeug bestätigt, neben uns eine wasserstoffblondiene mit gefälschtem Adidas Trainingsanzug, und auch der Flughafen in Sofia sah etwas rustikal aus. Kaum aus dem Flieger im Bus kam auch schon das Willkommenskomitee, eine leicht zerzauste Dame sprang kurz nachdem der Bus losfuhr auf uns zu, zog eine Weste an und wollte die Fahrkarten kontrollieren. Da sollte man wohl irgendwo ein Loch reinpicksen, deswegen brüllte die Dame uns 5 Minuten an und zeigte uns irgendeinen Zettel auf Englisch bis ein junger Bulgare die Dame mal anschrie… das Vorurteil das die Genossen nicht so wirklich freundlich sind könnte man also auch als bestätigt sehen. Der Urlaub konnte also beginnen...

Sofia war aber eine recht positive Überraschung, zwar sind die Gebäude & Straßen jenseits von gut und böse, jedoch ist es ganz angenehm fast jederzeit einen Blick auf die Berge um Sofia zu haben und in der Altstadt gab es richtig viele nette kleine Cafes, Restaurants und Läden mit allerlei nettem Krimskrams… und richtig leckeres Essen!

Die Seitenstraßen von Sofias Altstadt. Größtenteils doch noch etwas restaurierungsbedürftig, aber immer noch besser als die Plattenbausiedlungen... Außerhalb des Stadtkern wird wie blöd gebaut, die Neureichen wollen alle einen Parkplatz für den Mercedes.


Riesenpizza scheint sehr beliebt zu sein, gibts da überall...

Aussicht aus dem Hotel...


und die Kirchen sehen auch anders aus...

Die nächste Station nach Sofia hieß Ohrid am schönen Ohrid See in Mazedonien.


Nachdem wir am Stunden damit verbracht hatte den „freundlichen“ Herrschaften am Busbahnhof in Sofia Fahrkarten abzukaufen gings abends los, der Fahrer hatte extra Slicks aufgezogen (s.o) und so kamen wir etwas anders als angekündigt morgens um halb 4 irgendwo in der Mazedonischen Prärie an, empfangen von Leuten die uns in ihr Taxi, Hotel oder sonst wo hinlocken wollten...

Ein Opa verfolgte uns auf seinem Fahrrad und am Ende sind wir auch in seiner „Pension“ gelandet, der Ohrid See, die Altstadt von Ohrid und super Wetter entschädigten dann auch für die Tortour bei der Ankunft und die Mazedonier stellten sich als wirklich nette Leute heraus.

Irgendwann in der Nacht im Niemandsland zwischen der Bulgarischen und der Mazedonischen Grenze. Im Duty Free shop saß der Polizist und schaute zu wie sich Schmuggler mit Tesafilm die Zigaretten um die Beine banden... ein Traum.




Ausblick auf den Ohridsee! Man hat noch nie etwas davon gehört, es ist aber verdammt schön! Landschaftlich ist es in Mazedonien wirklich 1a, auch die Stadt Ohrid ist sehr nett, nur wenn etwas aus der Innenstadt herausgeht fehlen überall die Gullideckel, Plattenbauten, Radkappen die einem um die Ohren fliegen und sonstiges... was nicht so nett ist.

Super war allerdings die Touristeninformation. Die schicke Dame mit Sonnenbrille wusste einfach gar nichts und hatte nicht eine Broschüre oder sonst irgendwas.... Ansonsten sprach aber auch niemand Englisch, geschweige denn Germanisch, aber wir wollten ja irgendwie nach Griechenland. Eigentlich hatten wir geplant noch einen Abstecher nach Tirana in Albanien zu machen, aber irgendwie war uns die Lust vergangen nach diversen Erzählungen anderes Touris die sich das angetan hatten. Es ging also mit dem Bus nach Bitola, vorbei an Plattenbauten und man kann es nicht anders sagen, einfach abgefuckten Ecken. Der Busbahnhof in Bitola war auch jenseits von Gut und Böse, und irgendwie fuhren dort auch keine Busse. Der einzige Weg war via Taxi über die Grenze. Da es in Mazedonien nicht viel gibt war anscheinend fast jeder schon mal in Deutschland arbeiten, ein netter Genosse hat dann mal eben ein Taxi organisiert… Taxischilder ab und über die mit beschlagnahmten/gestohlen Autos übersäte Grenze nach Griechenland.

Griechenland mag ja wirklich nett sein, aber der Norden ist irgendwie… anders als ich es mir vorgestellt hatte. Erstmal ging es von Florres mit einer Art „S-Bahn“ nach Thessaloniki wo wir uns die Stadt angeschaut haben, die auch ganz nett war, dann waren wir noch etwas weiter unten in Nea Moudania, leider war die Stadt eine einzige Baustelle da wir wohl 2 Wochen vor der Saison da waren, Mopeds gab es auch nicht zu mieten und so blieb die Fahrt zur Mönchsinsel verwehrt...dafür gind der nächste Tag dank grottigster Infrastruktur drauf, 1 Stunde zurück nach Thessaloniki zum Busbahnhof, quer durch die Stadt zum anderen Busbahnhof und weiter nach Serres nahe der Bulgarischen Grenze wo es auch nicht weiter ging.
Selbst in Städten wie Serres von denen noch nie jemand etwas gehört hat gibt es gefühlte 377 Busbahnhöfe, unser Bus war aber von der griechischen Eisenbahn und fuhr vom Bahnhof ab wie wir herausfanden nachdem wir mal jemanden mit deutschem Nummernschild gefragt haben, die da übriegens in Massen durch die Gegend fahren, warum auch immer. Thessaloniki war aber doch ganz nett..

Lecker lecker...

Nach ein paar Tagen Griechenland ging es dann wieder Richtung Bulgarien, der Busfahrer war auch ein lustiger Typ, nur leider wollte er nicht in Melnik halten wo wir eigentlich ein Kloser anschauen und dann weiter nach Plovdiv wollten. Ein germanogrieche meinte dann auch da gibt’s nur Nutten,... also haben wir das spontan aus dem Programm gestrichen nachdem uns auch ein Bus mit amerikanischen Rentnern kurz vor der bulgarischen Grenze nicht mitnehmen wollte. Zur Rila Monastry wollte der Busfahrer uns auch nicht fahren, eine kurzer verschlafener Blick aus dem Bus zeigte zwar irgenwann das der Bus genau dort vorbei fuhr aber wir hatten schon ausgemacht direkt nach Plovdiv zu fahren, über Sofia…

Von Plovdiv hat wahrscheinlich auch noch keine Sau gehört, Plovdiv ist allerdings sehr schön und hat uns definitiv sehr gut gefallen. Eine tolle Sache war das in Bulgarien wieder super leckeres Bier – Kamenitza – zu haben war, eine andere war definitiv die Stadt. Nachdem wir schon einen Tag damit verbracht hatten die neue Innenstadt anzuschauen, wo es hinter einer großen Moschee wie in Sofia einen ganzen Stadtteil gab mit kleinen Cafes, netten Läden und vielen Künstlern ging am nächsten Tag in die Altstadt, und die haut einen echt so ein bisschen vom Hocker. Die Japaner unterstützen die Restaurierung, und das ist auch gut so.


Kleine Straßen im Stadtzentrum von Plovdiv...




Ausblick vom Berg über die Stadt.

Bild aus der Altstadt die wirklich der Hammer ist, leider wenig die Kamera rausgeholt...

Aber jetzt lieber leser, eine reiswarnung: niemals mit dem zug fahren in bulgarien! Nachdem ich mir doch noch gerne die 200km von Plovdiv entfernte Stadt Велико Търново oder auch Veliko Tarnovo anschauen wollte und 5€ für den Nachtzug sich auch wie ein fairer Deal anhörte, so hätte ich doch auf dieses erlebnis der besonderen art verzichten können. Nachdem wir einen türken der seit 8 jahren in deutschland in der dönerfabrik arbeitet und kaum deutsch konnte getroffen hatten, managede dieser ein bisschen die Zugfahrt für uns. Der bahnsteigaufseher konnte zum glück auch deutsch, und erzählte irgendwas von umsteigen um 3 uhr… und damit fing der ärger an. der zug sprang dann die ganze nacht über die schienen und im wagon waren die letzten psychos, die Kontrolleurin versuchte uns noch irgendwas zu erzählen, und dann würde es kalt. Die fahrtzeit für 200km: mehr als 7 stunden. Und an schlafen war nicht wirklich zu denken, erst recht nicht wenn man nicht weiß wo man umsteigen muß. Morgens um 5 Uhr war es dann aber so weit und nach weiteren 10 Minuten waren wir dann da...

Die alte Hauptstadt von Bulgarien war dafür auch recht sehenswert, obwohl es ohne schlaf etwas hart war am Morgen...

Morgens um 6; Nebel über der Stadt.

Und eine heiße Volkloreshow! Im Norden von Bulgarien sind eine ganze Menge Minderheiten beheimatet sind, wir hatten Glück und konnten uns ungefähr 20 Gruppen mit Trachten anschauen die fröhlich ihre Lieder am Dorfplatz sangen anschauen...

Busbahnhof.

Zum Abschluss der Reise ging es dann noch wieder zurück nach Plovdiv, und mit dem Nachtbus nach Türkei alda, oder genauer: nach Istanbul. Und man muss sagen, die Stadt haut einen definitiv vom Hocker! Zum ersten war es ein kleiner Kulturschock, nachdem man nach einem Rundgang durch Duisburg Marxloh oder Berin Neukölln wohl doch eher an ein kriegslustiges volk denkt so rufen einem die Leute in Istanbul freundlich hallo entgegen, sprechen einen an und sind wirklich super gastfreundliche…?!? Nachdem wir uns am ersten tag istanbul angeschaut hatten und wirklich angetan waren kam diese problematik auch in unserem hotel auf den tisch, es war hoher besuch vor ort, der vater der hotelbesitzer war dort und lud zum tee. Er war selber früher in deutschland, der sohn arzt in duisburg, der andere aus miami zurück und hatte wohl das hotel gekauft. Na ja, ob wir adolf hitler kennen würden und ob alle in europa den islam hassen und die türkei deswegen nicht in der eu wäre, wurde uns gleich mal um die ohren gehauen… heikles thema, am nächsten tag wurde uns aber beim müftülügu (die bilden da wohl die imame aus oder so…) zugestanden das der islam wohl zur zeit ein kleines problem hat.

Na ja, Hagia Sofia, Palast, Fahrt auf dem Bosporus etc. haben wir natürlich alles gemacht und es ist wirklich eine super stadt, und hier gibt’s zum Abschluß noch mal ein paar Bilder von dieser wahrlich super tollen Stadt (finger tun weh...);-)