dieser weblog sollte familie, freunde & co. auf dem laufenden halten über meine tage in china, taiwan und singapur(die einträge sind im archiv zu finden...), jetzt gibt es ab und an mal ein paar bilder...

28. Juni 2012

Hello again Osteuropa! Zugrundreise durch die Ukraine, Rumänien, Ungarn, Slowakei, Osterreich und Tschien 2012

Ok, etwas geschummelt, es ging mit dem Flieger in die Ukraine, genauer gesagt in die Stadt mit den drei Namen: Lvov, Lviv oder auch Lemberg. Eigentlich hatte ich geplant mich von Lemberg (ich bleib mal bei der deutschen Bezeichnung) bis auf die Insel Krim durchzuschlagen dann und von Simferopol wieder in Richtung Heimat zu fliegen, oder von Odessa durch die von Rebellen besetze Republik Moldau nach Rumänien und irgendwie zurück. Es kam natürlich ganz anders.

Noch in der Bahn traf ich eine Amerikanerin die ganz nervös war und befürchtete Ihren Flug zu verpassen. Wie sich im Flughafen herausstellte, wollte Sie auch in die Ukraine und hatte einen Platz im selben Flieger (nur 10 Mal so teuer ;-))) Da die Fussball EM in ein paar Wochen anfangen sollte, hätte ich eigentlich gedacht das der Flughafen in Lemberg so halbwegs fertig war, danach sah es aber noch nicht aus. Vor der Passkontrolle rannten ukrainische Militärpolizisten rum, die sich extrem wichtig nahemen und Spaß daran hatten jeden irgendwie in eine andere Schlange zu schicken. Mit ihren riesigen Hüten sahen die aber so panne aus das man die eigentlich nur auslachen konnte. Vor dem Flughafen standen diverse "schwarze" Taxis auf unbefestigten Straßen, die Amerikanerin wurde zu meinem Glück aber von einem Mann mit großem SUV und komplett verdunkelten Scheiben abgeholt. Keine Frage das ich mich da quasi auch eingeladen habe.

Die Amerikanerin machte sie zum Glück riesige Sorgen um mich, da niemand in der Ukraine englisch sprechen würde und alle kriminell wären. Na ja, ich hatte schon schlimmeres gesehen, wollte aber auch nicht unfreundlich sein und habe so die angebotene Hilfe angenommen. Erstmal gab es eine Stadttour, dann hab ich meine Sachen zum Hostel gebracht und dann waren die Herrschaften auch noch so freundlich mich beim Kauf der Zugtickets zu unterstützen, was definitiv nicht verkehrt war. Die Bahn in der Ukraine verkauft ihre Tickets nämlich nicht am Bahnhof, sondern hat irgendwo in der hintersten Gasse in der Stadt ein Verkaufsbüro. Letztenendes habe ich mich dann entschieden mir erstmal Rumänien anzuschauen, und es würde ein Ticket für den Nachtzug 2 Tage später nach Solotvyne nahe der rumänischen Grenze gekauft.

Nun hieß es aber erstmal Lemberg ausgiebig zu erkunden. Die Altstadt ist einfach nur der Hammer gewesen, teilweise noch unrenoviert, aber sehr schöne Atmosphäre und nette Menschen.




Nachdem ich die Stadt ausgiebig erkundet hatte und mich durch die ukrainische Küche gefuttert hatte ging es also nach ein paar Tagen weiter. Wie ich im Hostel schon festgestellt hatte, war ich schön blöd mir Ticket zu kaufen. Die Hardcore Backpacker meinten auf jeden Fall Sie würden es wie die einheimischen machen und im Zug quasi den Fahrschein direkt beim Schaffner kaufen. Würde auch erklären warum ich der einzige in dem riesigen Bahnticketverkaufsbüro war wo ca. 15 Schalter geöffnet waren, aber niemand Tickets kaufe. Aber als Germane macht man sowas ja nicht, der Kampf gegen die Korruption fäng im kleinen an ;-) Am Bahnhof hab ich mir dann angeschaut wie die Polizei die Zigeuner verjagen, Halleluja sag ich nur. Sobald sich da ein Zigeuner hintraute, kam die Polizei mit Knuppel und es gab was auf die Ohren.

Ähnlich toll war der Zug. Uralt, stinkend, brüllend heiß und die Fenster gingen nicht richtig auf. Die Schaffnerin hat mich zum Glück in ein 1. Klasse Abteil gesteckt was ich für mich hatte, aber irgendwie war ich froh mir nicht die Tour bis Odessa anzutun, obwohl der Zug noch nichtmal losgefahren war.

Als es los ging rumpelte der Zug so dahin, vorbei an Militärkasernen und unzähligen riesigen Bauruinen von Villen. Das hatte ich auch schon aus dem Flieger gesehen, aber in der Ukraine scheint es neben den vielen Armen auch sehr viele extrem reiche Menschen zu geben. Kaum raus aus der Stadt wurde es aber sehr ländlich, ich genoß den Sonnenuntergang und den ritt auf dem Stahlross in die Karpaten.  

Nachdem ich erstaunlich gut geschlafen hatte, wachte ich dann irgendwann auf und konnte noch 2-3 Stunden entspann die Ukraine aus dem Fenster bewundern bevor ich in Solotvyne ankam. Erstaunlicherweise stiegen gerade mal 5 Leute aus dem riesig langen Zug aus, ansonsten gammelten ein paar furchteinflösende Typen an den Schienen rum weshalb ich erstmal flott über eine Wiese spurtete zu so etwas wie einer Straße. Im Zug konnte mir keiner sagen in welche Richtung ich gehen müßte um zur Grenze nach Rumänien zu kommen, und ich befürchtete das ich in dem Dorf auch nicht sehr weit kommen würde ohne die Landessprache... Zum Glück kam da ein fast auseinanderfallender Lada um die Kurve gekrochen, dem ich erstmal vor die Motorhaube gesprungen bin, und auch wenn der Fahrer kein Wort verstand machte er Anzeichen das ich ins Auto springen sollte, 10 Minuten später stand ich dann an der Grenze zusammen mit unzähligen Zigarettenschmugglern. Ich war wohl nicht der erste der so nach rumänien wollte... Nach ein paar hundert Metern und dem überqueren der Theiß, war ich dann schon wieder in Europa. Die nette Zöllnerin hat sich tierisch gefreut das ein Deutscher da zu Fuß vorbeikommt und hat mir nochmal den Weg zum Bahnhof von Sighetu Marmației‎ erklärt, dann ging es weiter. Dummerweise war der Zug gerade weg, also konnte ich erstmal in Sighetu Marmației‎ bleiben bis irgendwann der nächste kam.

Das Stadtzentrum war eigentlich sehr nett, ein Park und viele kleine Läden... etwas weiter draußen gab es dann aber die kommunistischen Hochhausburgen. Lidl, Kaufland & Co waren auch alle schon da. Und was noch sehr interessant war, es fuhren dort unzählige dicke Autos rum, also Mercedes, BMW usw., gefahren von jungen Kerls und alle mit Nummernschildern aus England, Holland oder Deutschland. Irgendwann ging es dann aber weiter, mit dem Zug von Sighetu Marmației‎ nach Brasov, auch Kronstadt genannt. Die Zugstrecke durch die Karpaten war eine der interessantesten und auch schönsten die ich je in meinem Leben gefahren bin, allerdings war ich nach der langen Tour fix und fertig da mir die Damen nur Sitzplätze verkauft hatte und man da nicht wirklich schlafen konnte. Ich bin dann vom Bahnhof in die Stadt und hab mir das erstbeste Hotel gesucht, nach ein paar Stunden schlaaf wurde ich dann mit diesem netten Ausblick überrascht. 


Brasov war auch sehr nett, wunderschöne Altstadt und absolut nicht wie man sich Rumanien vorstellt... Landschaftlich ist das ganze in den Karpaten auch wunderbar, leider hab ich mal wieder viel zu wenig Fotos gemacht. 



Und im Siebenburgenland ist überall zu sehen das hier mal die deutschen waren. Erstaunlicherweise sprechen auch viele noch Deutsch, die meisten die ich getroffen habe waren aber Rumänen oder Ungarn. Die einzigen Deutschen waren aber riechtige Siebenbürgensachsen, die aber schon vor Jahren ausgewandert waren nach Deutschland, wie wohl fast alle. 






Ein weiteres Highlight war der Besuch in Sighisoara‎, auch Schäßburg oder Segesvár genannt.


Nach der Tour auf den spuren der Deutschen in Siebenbürgen ging es dann nochmal in die rumänische Partyhochburg und Studentenstadt Cluj! Wusste ich natürlich vorher nicht so gut wie ich mich auf die Reise vorbereitet hatte, aber sollte sich so herausstellen. Am Bahnhof angekommen sah es zwar nicht so aus, im Hostel angekommen gab es aber eine riesige Schaar von Feierwütigen aus aller Welt, mit den ging es dann das Nachtleben unsicher machen. Und es gibt wirklich unzählig viele coole Kneipen und Clubs in Cluj.



Zum Ende der Tour gab es dann noch ein paar kurze Stops in Budapest, Bratislava, Wien und Prag, bevor es mit dem DB Bus von Prag nach Nürnberg ging und dann wieder richtung Pott.





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